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Was wurde das neue MacBook Pro heiß erwartet. Und als es endlich da war, blieb den meisten die Spucke weg. Allen voran wegen des stolzen Preises von 1.999 Euro fürs 13 Zoll Modell mit Touch Bar. Aber auch Kreative, die prinzipiell viel vom MacBook Pro erwarten, waren eher enttäuscht. Ihrer Meinung nach erfüllt das neue Apple Notebook nicht die Anforderungen, die sich Fotografen, Designer oder Videomacher wünschen. Aber dennoch: das MacBook Pro verkauft sich wie warme Brötchen. Die Konkurrenz kann nur ratlos hinterherglotzen.

Merkwürdig, da wird ein anstehendes Apple Produkt in hohen Tönen gelobt, nur um dann bei Erscheinen kritisiert zu werden. Das merkwürdigste daran ist, dass sich genau dieses Produkt spitzenmäßig verkauft. So geschehen mit dem mit Hochspannung erwarteten und hinterher als langweiliges Upgrade bezeichneten iPhone 7 und iPhone 7 Plus. Und aktuell geschieht das gleiche mit dem neuen MacBook Pro.

Während die Touch Bar, der längliche Display-Streifen entlang der Tastatur, ein echtes Novum ist und möglicherweise das Notebook-Design auch anderer Hersteller beeinflussen wird, sind manche von der Hardware weniger überzeugt. Allen voran Power-User, also die die als kreative Arbeiter bezeichnet werden, sind mit dem neuen MacBook Pro unzufrieden. Das betrifft zum einen die Hardware, denn unabhängig von der Konfigurierung findet der Arbeitsspeicher bei 16 GB seine Grenze. Aber noch viel mehr stört man sich an den weggefallenen Anschlüssen, darunter der SD-Kartenslot sowie der HDMI-Anschluss. Stattdessen hat man nun vier USB C Anschlüsse, die nur mithilfe von Adaptern für allerlei Zwecke genutzt werden können.

Viel Kritik musste das MacBook Pro einstecken, doch wie es scheint tut dies den Verkäufen keinen Abbruch. Wie die Marktforscher von Slice Intelligence auf Grundlage von Online-Käufen errechnet haben, konnte das MacBook Pro in nur zwei Wochen dem Konzern vier Mal mehr Geld einbringen als das Surface Book für Microsoft in einem Jahr. Nun ein Apple-interner Vergleich: in diesen zwei Wochen wurde das neue MacBook Pro fast so oft gekauft wie das 12 Zoll MacBook vom März diesen Jahres.

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Diese Zahlen mögen dem MacBook Pro einen Erdrutscherfolg bescheinigen, doch die Statistik ist auch mit Vorsicht zu genießen. Die Marktforscher konnten nur Daten auswerten von Online-Käufen. Außerdem ist die Statistik aufgrund der Tatsache ungenau, da das neue MacBook Pro vornehmlich übers Netz bestellt wird, während das 12 Zoll MacBook vom Frühling eher im Einzelhandel gekauft wird.

Dennoch: ob weniger erfolgreich oder doch etwas erfolgreicher, das neue MacBook Pro verkauft sich ordentlich und scheint bei den meisten Apple Fans anzukommen – vorausgesetzt man ist kein Power User, dem wichtige Anschlüsse fehlen oder der Arbeitsspeicher zu früh an seine Grenzen stößt.

Bild: intelligence.slice.com