Google Glass

Wer erinnert sich noch an Google Glass? Genau, die mittlerweile ins Vergessen geratene Datenbrille, die mehr aufschreckte als begeisterte. Die Idee dahinter? Ein klitzekleiner Computer sitzt im Rahmen der Brille, der dem Träger nur für sein Auge sichtbare Informationen anzeigt. So etwa was der Cappuccino im Café kostet oder wie lange das Museum geöffnet hat. So praktisch das Ganze anmutete, es stieß auf technische und datenschutzrechtliche Hürden. Das Projekt wurde scheinbar eingestampft. Und nun hört man, dass ausgerechnet Apple an einer Computerbrille arbeitet. Ihr wenig überraschende Name: iGlass.

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC präsentierte Apple neben neuer Hardware auch zahlreiche Updates zur Software. So gab es neben neuen MacBook Modellen und einem verkleinerten iPad Pro auch einiges neues zu sehen was iOS, macOS und Co. betrifft. Und da die WWDC vornehmlich ein Software Event ist, ließ Apple die Gelegenheit nicht verstreichen seine künftige Ausrichtung kundzutun. Die Verknüpfung von digitaler und realer Welt, Augmented Reality genannt, sowie die Virtuelle Realität werden in iOS und Co. einen Kernbereich ausmachen. Und natürlich darf die Künstliche Intelligenz nicht fehlen, wo Konkurrent Google bereits große Fortschritte machte.

Jedenfalls scheint Apple eine Idee zu verfolgen, die Google noch vor wenigen Jahren Negativschlagzeilen einbrachte. Es geht um die Datenbrille Google Glass und ihre viel zu verfrühte Präsentation. In einer Zeit, in der staatliche Überwachung und die Datensammelwut des Silicon Valley omnipräsent waren, konnte Google’s Vorstoß nur scheitern. Aber wie es scheint arbeitet Apple genau an der gleichen Sache, einer Datenbrille namens iGlass.

Apple iGlass AR Augmented Reality

Grund der ganzen Spekulation ist eine Mitteilung des UBS-Analysten Steven Milunovic an Investoren. Dort behauptet er, dass „ARKit“, was Entwickler zum Programmieren von Augmented Reality Apps nutzen können, ideal für eine Datenbrille à la Google Glass wäre. Bestärkt wird diese Vermutung durch einen früheren Bloomberg Bericht, wonach Apple hunderte Entwickler für die AR Programmierung verpflichtet hat. Dazu passt auch, dass das iPhone 8 über zahlreiche Sensoren sowie eine Dual-Kamera verfügen wird. Aber wie gesagt, dies ist nur eine Vermutung, die aus den ganzen Informationsschnipsel zusammengereimt wird, aber durchaus Hand und Fuß hat.

Da Augmented Reality Daten größer sind als „gewöhnliche“ Daten, kommt der Analyst auf eine interessante Schlussfolgerung. Demnach wird das iPhone die meisten Datenberechnungen vornehmen, um die iGlass selbst schlank zu halten. Der Computer in der Datenbrille wäre also in erster Linie Empfänger der iPhone Daten, statt wie bei der Google Glass einen klotzigen Computer in den Rahmen einzubauen. Ob und wie Apple eine Datenbrille zu bauen gedenkt und ob sie noch dieses Jahr erscheint, all das sind noch offene Fragen. Wir sind gespannt auf die ersten Patente und Leaks, die Apple irgendwie mit einer Brille in Verbindung bringen.

Bild: 9to5mac.com